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Das Ranking ist einer, wenn nicht sogar der Hauptindikator für die Wirksamkeit von Suchmaschinenoptimierung (SEO). Wir nehmen die Google Ranking-Faktoren des Marktführers unter die Lupe und geben euch einen Überblick.

Was bedeutet Ranking?

Ranking bedeutet im Deutschen „Rangfolge“. Grundsätzlich können mit einem Ranking unterschiedlichste Dinge nach vorher festgelegten Kriterien sortiert werden. Denkbar ist beispielsweise eine Einordnung nach Leistung (z.B. die Torjägerliste der Bundesliga), Preis (denken Sie mal an die Filtermöglichkeiten in einem Onlineshop) oder nach Qualität (ob subjektiv oder objektiv, je nach Anwendungsfall). Natürlich gibt es noch ganz viele weitere Möglichkeiten. Der Kernpunkt aller Rankings ist jedoch, dass je höher etwas in einem Ranking platziert ist, desto höher die entsprechende Bewertung bezüglich des jeweiligen Kriteriums ist.

Nun geht es auf dieser Seite nicht um irgendwelche Dinge, sondern um Webseiten und Suchmaschinen. Im Speziellen um Google-Rankings. Wie alle anderen Suchmaschinen auch, verfolgt Google immer das Ziel, dem Nutzer die bestmöglichen Ergebnisse für seine Suchanfrage zu liefern. Was macht Google also? Sobald die Anfrage reinkommt, bewertet es die indexierten Webseiten anhand vieler verschiedener Faktoren, überführt sie in ein Ranking und gibt dieses in den Suchergebnissen aus.

Nachfolgend ein Beispiel für Rankings in einer Suchergebnisliste:

Darstellung der Ranking-Position anhand eines Screenshots, der Google Suchergebnisse zeigt.

Was ist ein Ranking-Faktor?

Als Ranking-Faktor bezeichnet man in der Welt der Suchmaschinenoptimierung (SEO) ein Kriterium, welches einen Einfluss auf die Platzierung/Position einer Webseite innerhalb der Suchergebnisse hat. Diese können sowohl interner, nämlich technisch oder inhaltlich, als auch externer Natur sein. Hierzu gehören in erster Linie Links bzw. Verweise von anderen Webseiten.

Suchmaschinen verwenden eine Vielzahl an Faktoren, um die Relevanz einer Webseite hinsichtlich eines Themas bzw. einer Suchanfrage zu beurteilen. Die Gewichtung hängt dabei von der jeweiligen Suchanfrage ab und ist dynamisch. Die Aufgabe eines SEO ist es, diese Gewichtung zu analysieren und entsprechend in den eigenen Maßnahmen zu berücksichtigen.

Wie viele Google-Ranking-Faktoren gibt es?

Laut Matt Cutts, ehemals führender Angestellter bei Google, gibt es beim Marktführer aus Mountain View in Kalifornien über 200 Ranking-Faktoren. Das ist eine ganze Menge, finden Sie nicht? Sie können sich also vorstellen, wie viel Aufwand es bedeutet, eine Seite perfekt auf Suchmaschinen abzustimmen.

Aber ist das überhaupt notwendig? Eine perfekte Webseite? Das kommt darauf an. Im Grunde geht es darum, die beste Webseite zu einer bestimmten Suchanfrage anzubieten. Das heißt, besser zu sein als die Wettbewerber. Manchmal reicht dafür auch weniger als perfekt. Und seien wir mal ehrlich, was ist schon perfekt?

Google Ranking-Faktoren im Jahre 2022

Genug gequatscht, jetzt werden wir konkret. Zumindest versuchen wir es, denn tatsächlich hüllen sich Suchmaschinenbetreiber wie Google in der Regel in Schweigen und veröffentlichen keine vollständigen Informationen über die Ranking-Faktoren. Zum einen möchte man keinen zusätzlichen Nährboden für Manipulationsversuche bieten, zum anderen geht es natürlich auch immer darum, die beste Suchmaschine am Markt zu sein und den eigenen Algorithmus zu schützen.

Hier muss sich die SEO-Szene also selbst behelfen und eigene Analysen fahren. Glücklicherweise gibt es viele kluge Köpfe, die eben genau das tun. Mittlerweile glaubt man, sehr gut Bescheid zu wissen, was für gute Rankings getan werden muss und was eher kontraproduktiv ist.

Nachfolgend stellen wir euch komprimiert die unserer Meinung nach wichtigsten Faktoren vor. Über sämtliche Ausprägungen und Details der einzelnen Punkte zu referieren, würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Es gibt viele verschiedene Blogs zu den verschiedenen Google Ranking-Faktoren. Auf die eine oder andere Ressource verweisen wir nachfolgend.

Ranking-Faktor #1 – Content

Wer keinen guten Content bereitstellt, der hat heutzutage keine Chance mehr, gute Rankings zu erreichen. Das es nicht mehr reicht, irgendwelche Worthülsen aneinanderzureihen, den Text künstlich aufzublähen und Keyword-Stuffing (das Vollstopfen mit Suchbegriffen) zu betreiben, sollte selbstverständlich sein. Das funktionierte früher einmal, man mag es kaum glauben.

Folgende Kriterien machen guten Content aus:

  • Aktualität & Relevanz
  • Berücksichtigung der Intention des Suchenden
  • Sprachliche Qualität
  • Einzigartigkeit
  • Umfang / Tiefe
  • Berücksichtigung von Keywords bzw. themenbezogener Begriffe und Phrasen
  • Sinnvolle interne Struktur zur besseren Navigation des Nutzers
  • Multimedia (Audio, Video, Bilder)
  • Expertise, Authorität & Vertrauenswürdigkeit (E-A-T)

Es gibt verschiedene Arten von Verweisen, die eine Rolle spielen. Interne Links, externe Links und Backlinks.

Interne Links: Hier geht es darum, thematisch zusammenhängende Seiten untereinander zu verknüpfen. Zum einen natürlich, um den Nutzer zu führen und ihm die Möglichkeit zu geben, ergänzende Informationen zu erhalten. Zusätzlich aber auch, um den Suchmaschinen-Crawlern das Leben zu erleichtern und sämtliche Seiten zugänglich zu machen. Zudem steigert eine starke thematische interne Verlinkung die Authorität der Webseite zu dem behandelten Thema. Google erkennt und berücksichtigt das. Je umfassender und zusammenhängender die verlinkten Inhalte sind, desto besser.

Interessante Informationen zum Thema „Interne Verlinkung“ stellt das Unternehmen Sistrix zur Verfügung.

Externe Links: Mit externen Links sind ausgehende Links gemeint. Also Verweise von der eigenen Webseite auf externe Webseiten. Im Prinzip also genau das, was wir bei dem Punkt zuvor getan haben. Externe Links sollten auf thematisch relevante und vertrauenswürdige Ressourcen verweisen, andernfalls kann ein solcher Link auch Schaden anrichten. Die Gründe für die Verwendung von externen Links decken sich mit denen, die für interne Verweise gelten. 

Backlinks: Wo ein externer Link, da ein Backlink. Als Backlink werden Verweise von externen Seiten auf die eigene Webseite bezeichnet. Backlinks sind ein sensibles Thema. Zum einen können sie für ein gutes Ranking sehr hilfreich sein. Klar, verweist jemand auf die eigene Webseite, so spricht dies vermutlich für Qualität. Jemand ist der Meinung, dass der Inhalt gesehen werden sollte. Andernfalls jedoch können Backlinks auch erhebliche Schäden anrichten, wenn sie von wenig vertrauenswürdigen Quellen stammen, gekauft werden oder auf unnatürliche Weise entstehen. Ein gewissenhaftes Monitoring der eigehenden Backlinks sollte folglich regelmäßig erfolgen und sogenannte „toxische Links“ umgehend entwertet werden. Wir wissen übrigens, wie das geht.

Ranking-Faktor #3 – Technik

Eine technisch einwandfreie Seite ist ein starkes Signal für Google und wird entsprechend bei der Ermittlung der Rankings berücksichtigt. Vereinfacht ausgedrückt, bei der technischen Suchmaschinenoptimierung geht es darum, sämtliche Inhalte problemlos, nutzerfreundlich und schnell erreichbar zur Verfügung zu stellen.

  • Crawlbarkeit – Stellen Sie sicher, dass sämtliche Seiten aufrufbar sind, die aufrufbar sein sollen. Vermeiden Sie „tote“ Links, isolierte Unterseiten und Broken-Links. Ist Ihre Robots.txt sauber und aktuell?
  • Indexierbarkeit – Werfen Sie regelmäßig einen Blick auf die Anzahl der von Google indexierten Seiten. Aus diesen Informationen können Sie wertvolle Schlüsse ziehen und entsprechende Maßnahmen ableiten. Die Informationen stellt Google in der Google Search Console zur Verfügung.
  • International SEO – Gibt es zu einer bestimmten Seite mehrere Sprachversion, so sollten Sie dies Google über bestimmte Codeschnipsel (hreflang-Attribut) mitteilen.
  • Ladezeiten – Überstrapazieren Sie die Geduld Ihrer Besucher nicht. Wer lange warten muss, ist ganz schnell wieder weg. 
  • Strukturierte Daten – Auszeichnung von Inhalten auf Basis der Schema.org Richtlinien, damit Suchmaschinen die Inhalte besser verarbeiten können.
  • Etc.

Ranking-Faktor #4 – User Experience

Die UX ist ein klares Qualitätsmerkmal und elementar für den Erfolg einer Webseite. Wer schlechte Erfahrungen mit einer Webseite macht, der springt schnell wieder ab und schaut sich anderweitig um. Zur User Experience zählen verschiedene Unterfaktoren:

  • Ladezeiten – Internetnutzer sind fürchterlich ungeduldig.
  • Darstellung auf mobilen Endgeräten – Es gibt mittlerweile mehr Suchanfragen per Smartphone oder Tablet, als über stationäre Geräte.
  • Navigation – Eine intuitive Navigation, ohne Überraschungen – so sollte es sein.
  • Design & Layout – Machen Sie nichts Verrücktes. Halten Sie sich an Best Practices, die heißen nicht umsonst so und haben sich bewährt.
  • Relevanz – Wer mit den Inhalten nichts anfangen kann, der liest sie nicht.

Wussten Sie eigentlich, dass man User Experience auch messen kann? Wir gehen davon aus, dass umfangreiches Nutzerverhalten ein Indikator für eine positive UX ist. Anhand der sogenannten User Signals (Nutzersignale) lässt sich dieses Nutzerverhalten bewerten.  User Signals sind Daten, die von Google erhoben werden:

  • Bounce-Rate/Absprungrate – Anteil der User, die nur eine einzige Seite ansehen und die Seite anschließend wieder verlassen
  • Verweildauer –Die Dauer bzw. Zeit, die ein Nutzer auf einer Seite verbringt
  • Klickrate (Click-Through-Rate) – Das Verhältnis zwischen Klick auf und Einblendung eines Suchergebnisses
  • Return-to-Serp – Der User klickt auf ein Suchergebnis, verlässt die Zielseite jedoch umgehend wieder.
  • Etc.

Schaut mal auf ryte.com vorbei, dort gibt es hilfreiche Auflistung der verschiedenen User Signals.

Infografik – Google Ranking-Faktoren

Die Google Ranking Faktoren: Onpage, Offpage, Technical & User Experience

Fazit

  • Es gibt natürlich auch im Jahre 2022 weiterhin eine Vielzahl von Google Ranking-Faktoren, die bei der Ermittlung des Rankings eine Rolle spielen.
  • Je nach Art und Intention der Suchanfrage fällt die Gewichtung der einzelnen Ranking-Faktoren unterschiedlich aus.
  • Wer seine Seite in den Suchergebnissen nach vorne bringen möchte, der sollte die Wichtigsten Faktoren beherrschen und berücksichtigen.
  • Google werkelt ständig an seinem Algorithmus und optimiert die Faktoren, die für das Ranking relevant sind. Was heute funktioniert, kann morgen schon wieder veraltet sein. Bleiben Sie auf dem Laufenden. Lesen Sie Blogs, hören Sie Podcasts, oder fragen Sie einfach uns.
  • Wer keine Lust oder Zeit hat, seine Seite gemäß der wichtigsten Google Ranking-Faktoren zu optimieren, der sollte sich an uns wenden.

Simon Kräling

Über den Autor

Simon Kräling ist Gründer & Inhaber der SICHTBAR SEO Agentur, Google-Fan und am liebsten auf der ersten Seite. Angefangen hat alles vor mehr als 20 Jahren. Damals, noch zu Web 1.0 Zeiten, mit kleinen Internetseiten für Freunde und lokale Unternehmen. Mit der Weiterentwicklung des Internets hat sich auch sein Arbeitsschwerpunkt immer weiter verschoben. Simon ist passionierter Content- & Performance-Marketer und könnte ohne Probleme den ganzen Tag in der Google Search Console verbringen. Nach vielen Jahren als Inhouse-Marketer in multinationalen Unternehmen erfolgte der Seitenwechsel im Jahre 2020 mit der Gründung der SICHTBAR SEO Agentur.