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HTTP-Statuscodes und ihre Relevanz für SEO

Lesedauer: 7 Minuten

HTTP-Statuscode? Puh, das hört sich aber sehr technisch und wenig eingängig an. Muss ich mich im Rahmen der Suchmaschinenoptimierung (SEO) wirklich damit auseinandersetzen?  

Keine Sorge, so schlimm ist es nicht. Wir erklären euch auf dieser Seite anschaulich die wichtigsten Statuscodes und welche Rolle diese für SEO spielen. Es wird nicht zu technisch, versprochen.

Was genau versteht man unter einem HTTP-Statuscode?

Abstrakt erklärt: Ein http-Statuscode ist ein Bestandteil der Antwort eines Servers, wenn ein Client eine Anfrage an diesen stellt.

Anschaulich erklärt am Beispiel eines Internetnutzers, der eine Webseite aufrufen möchte: In diesem Fall ist der Client ein Browser (z.B. Google Chrome, Microsoft Edge, Mozilla Firefox etc.). Der Internetnutzer gibt eine URL in die Eingabemaske des Browsers ein. Der Browser sendet nun eine Anfrage an den Server, auf dem die Ziel-Webseite liegt. Der Server verarbeitet diese Anfrage und gibt einen HTTP-Statuscode zurück. Mit diesem gibt er Auskunft darüber, ob die Anfrage erfolgreich verarbeitet werden konnte, oder ob es zu einem Fehler gekommen ist.

Darstellung des Ablaufs von Client-Anfragen an einen Server und entsprechende Rückmeldung in Form von HTTP-Statuscodes.

Aufbau und Ausprägungen von HTTP-Statuscodes

HTTP-Statuscodes bestehen aus drei Ziffern. Die erste Ziffer gibt dabei Auskunft über die jeweilige Statusklasse. Die wichtigsten möchten wir euch hier vorstellen:

  • 1xx: Anfrage läuft
    Diese Statuscodes geben Auskunft darüber, dass gerade eine Verarbeitung einer Anfrage läuft bzw. verarbeitet wird. Für die Suchmaschinenoptimierung können wir diese Statusklasse vernachlässigen, da diese noch keine finale Antwort auf eine Anfrage beinhaltet.
  • 2xx: Anfrage erfolgreich
    Des SEOs liebste Statusklasse. HTTP-Statuscodes, die mit einer 2 beginnen, geben Auskunft darüber, dass die Anfrage erfolgreich verarbeitet werden konnte.
  • 3xx: Weitere Aktion notwendig
    Diese Statusklasse beschreibt, dass eine Anfrage an den Server im Grunde erfolgreich gestellt werden konnte, für die finale Verarbeitung jedoch ein weiterer Schritt notwendig ist. Zum Beispiel die Weiterleitung auf eine andere Seite bzw. URL.
  • 4xx: Client-Fehler
    Die Anfrage war nicht erfolgreich. Der Fehler ist hier auf Seiten des Clients zu suchen. Möglicherweise verfügt dieser nicht über die entsprechenden Befugnisse, oder die Zielseite ist nicht verfügbar.
  • 5xx: Server-Fehler
    Auch hierbei handelt es sich um Anfragen, die nicht erfolgreich verarbeitet werden konnten. Im Gegensatz zur Statusklasse 4xx, ist hier der Fehler jedoch serverseitig zu suchen. Dieser ist möglicherweise überlastet oder down.

Warum sind HTTP-Statuscodes wichtig für die Suchmaschinenoptimierung?

HTTP-Statuscodes geben Auskunft darüber, ob eine Webseite erreichbar und damit funktional ist. Nur wenn eine Seite aufgerufen werden kann, ist sie von Suchmaschinen indexierbar. SEOs sollten daher im Zuge der technischen Suchmaschinenoptimierung die HTTP-Statuscodes stets im Auge behalten und je nach Ausprägung entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Diese HTTP-Statuscodes sollte ein SEO kennen

Statusklasse 2xx

  • 200 – Ok
    Die Ressource/Seite wird wie gewünscht dargestellt.

Statusklasse 3xx

  • 301 – Moved permanently
    Die 301-Weiterleitung: Statuscode 301 besagt, dass die angeforderte Ressource (z.B. Webseite) dauerhaft und final nicht mehr unter der angefragten URL verfügbar ist. Dies ist zum Beispiel bei Domainwechseln, Anpassungen der URL-Struktur oder dem Entfernen von Inhalten der Fall. Neben dem Code 301 beinhaltet die Antwort auch die neue Adresse, der Client leitet direkt auf diese weiter.

    Google und andere Suchmaschinen werden zukünftig nur noch die neue URL berücksichtigen.
  • 302 – Moved temporarily
    Statuscode 302 besagt, dass die angeforderte Ressource vorübergehend unter einer neuen URL erreichbar ist. Diese wird ebenfalls mitgegeben, der Client/Browser leitet direkt auf diese weiter.

    Google und andere Suchmaschinen berücksichtigen weiterhin die ursprüngliche URL. Möchten Sie stattdessen dauerhaft auf eine andere URL umleiten, sollten Sie diese Art Weiterleitung nicht verwenden und stattdessen auf 301-Weiterleitungen setzen.

Statusklasse 4xx

  • 401 – Unauthorized
    DerClient/Nutzer verfügt nicht über die entsprechenden Rechte, um auf die angefragte Ressource zuzugreifen. Möglicherweise ist diese passwortgeschützt.

    Zu berücksichtigen ist hier, dass die Suchmaschinen-Crawler nicht auf diese Seite zugreifen können, wenn sie die notwendigen Berechtigungen nicht besitzen.
  • 403 – Forbidden
    403 führt den Code 401 noch ein wenig weiter. Dieser Code wird nämlich ausgegeben, wenn die Zugriffsanfrage bei 401 nicht erfolgreich gewesen ist, z.B. durch Angabe ungültiger Anmeldedaten.

    Hier gilt das Gleiche wie bei 401. Ein Zugriff der Crawler auf die hinterlegten Ressourcen ist in der Regel nicht möglich. Passwortgeschützte Inhalte werden jedoch sowieso nicht mit der Absicht erstellt, dass diese in den organischen Suchergebnissen erscheinen. Daher haben diese Codes für SEOs zumeist keine Bedeutung.
  • 404 – Not found
    Die angefragte Ressource wurde unter der angefragten Adresse nicht gefunden.

    Dies ist einer der wichtigsten HTTP-Statuscodes für SEOs und sollte in jedem Fall in der Optimierungsarbeit berücksichtigt werden. Bleiben 404-Statuscode auch nach vermehrten Anfragen durch die Suchmaschinen-Crawler bestehen, so werden die Ressourcen bzw. Seiten aus dem Index gelöscht.
  • 410 – Gone
    Die Ressource ist final nicht mehr verfügbar.   

    Suchmaschinen löschen die Ressourcen bei Rückgabe von 410 aus dem Index.

Statusklasse 5xx

  • 500 – Internal Server Error
    Der Server reagiert hier nicht. Die Ursache wird jedoch nicht näher erläutert.
  • 503 – Unavailable
    Der Server kann die Anfrage gegenwärtig nicht beantworten. Möglicherweise aufgrund von Überlastung oder weil er aufgrund von Wartungsarbeiten vom Netz genommen wurde.

Fehler aus der Statusklasse 5xx sollten mit höchster Priorität berücksichtigt werden. Zum einen gehen Nutzer verloren, zum anderen werden Seiten, die einen 5xx-Status zurückgeben, von den Suchmaschinen schnell aus dem Index verwiesen. Das bedeutet, sie werden von Google & Co. nicht mehr in den Suchergebnissen berücksichtigt. Ebenfalls verschwindet der Linkjuice dieser Seiten schnell, was folglich auch auf die SEO-Performance anderer Seiten Einfluss hat.

Vor allem sollte hier der Fokus auf präventiven Maßnahmen liegen, um das Risiko von Serverausfällen möglichst zu minimieren, z.B. durch regelmäßige Wartungen oder das Erweitern von Serverleistungen bzw. der Hardware.

Die Bedeutung von 301-Weiterleitungen für SEO

Vor allem die 301-Weiterleitungen sind sehr nützlich für die Suchmaschinenoptimierung. Aus den folgenden Gründen:

  • Verweise auf nicht mehr existierende Ressourcen (tote Links) werden vermieden
  • Stichwort Linkjuice: Durch 301-Weiterleitungen geht kein Linkjuice verloren, da eingehende Backlinks von externen Seiten nicht ins Leere laufen.
  • Mit einem 301-Redirect können Webseiten immer auf die https-Variante umgeleitet werden, ein wichtiger Faktor in der technischen Suchmaschinenoptimierung.
  • 301-Weiterleitungen können und sollten auch dafür verwendet werden, 404-Anfragen auf eine entsprechende 404-Fehlerseite umzuleiten. So bekommt der User keine Fehlermeldung, sondern kann sich auf dieser Zielseite entsprechend neu sortieren, eine entsprechende und sinnvolle Gestaltung vorausgesetzt.
  • Nicht erreichbare Resourcen sind fatal für den SEO-Wert und damit die Sichtbarkeit einer Webseite. 301-Weiterleitungen sorgen für den Erhalt des Wertes, Stichwort PageRank.

Wie lassen sich HTTP-Statuscodes überprüfen?

Es gibt diverse Möglichkeiten, die Ausprägungen der Server-Antworten zu prüfen. Wir tun dies vorwiegend im Rahmen von SEO-Audits und verwenden dabei in der Regel das Tool Screaming Frog SEO Spider.  Dieses ist sehr intuitiv zu bedienen und liefert einen ganzheitlichen Überblick.

Im Grunde geben wir dort lediglich die zu prüfenden Seiten ein und schicken den Screaming Frog Crawler auf die Reise.  Als Ergebnis erhalten wir eine Liste mit sämtlichen Statuscodes.

Darstellung des Tools Screaming Frog sowie der Darstellung der Funktion zur Überprüfung der HTTP:Statuscodes
Darstellung des Tools Screaming Frog SEO Spider sowie beinhalteten Funktion zur Überprüfung der HTTP:Statuscodes

Für kurzfristige Anfragen zwischendurch, oder wenn ihr keine Lust auf ein zusätzliches Tool habt, könnt Ihr auch browserbasierte Tools wie z.B. https://httpstatus.io/ oder https://seitenreport.de/seo-tools/http-statuscode-checker verwenden. Schaut einfach mal rein, die Verwendung ist sehr einfach und die Darstellung sehr nutzerfreundlich.

Fazit

HTTP-Statuscodes spielen eine wichtigere Rolle bei der Optimierung von Webseiten für Suchmaschinen. Nicht alle Codes sind relevant, jedoch sollten SEOs die wichtigsten kennen und entsprechende Maßnahmen in der Hinterhand haben. Sprechen Sie uns gerne an, falls Sie weitere Fragen haben, oder falls wir für Sie im Rahmen eines SEO-Audits die Analyse der Statuscodes übernehmen sollen.

Simon Kräling

Über den Autor

Simon Kräling ist SEO-Freelancer unter der Flagge von SICHTBAR SEO, Google-Fan und am liebsten auf der ersten Seite. Angefangen hat alles vor mehr als 20 Jahren. Damals, noch zu Web 1.0 Zeiten, mit kleinen Internetseiten für Freunde und lokale Unternehmen. Mit der Weiterentwicklung des Internets hat sich auch sein Arbeitsschwerpunkt immer weiter verschoben. Simon ist passionierter Content- & Performance-Marketer und könnte ohne Probleme den ganzen Tag in der Google Search Console verbringen. Nach vielen Jahren als Inhouse-Marketer in multinationalen Unternehmen erfolgte der Seitenwechsel im Jahre 2020 mit der Gründung der SICHTBAR SEO Agentur.

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